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Täter des Monats

 

Abb.: Ansicht von Frankfurt 1796

Frankfurt/Main, 1798: Der auf acht Tage Gefängnis verurteilte Metzgermeister Koch wird von mehreren seiner Kollegen aus seinem Gefängnis auf der Frankfurter Mehlwaage befreit, wobei die Tür zum Gefängnis stark beschädigt wird. Der Wärter äußerte sich später wie folgt:

"Gegen 12 Uhr aber wäre unvermutet ein großer Haufe von Mezgern in Kappen und Schürzen mit Äxten, Beilen, Stuhlbeinen und Holzklippeln versehen, gegen die Melwage gekommen und hätten, weil die Haustür verschlossen gewesen ..., unter großem Geschrei und Lärm selbige mit der größten Gewalt eingeschlagen ...Unter großem Geschrei ... hierauf gedrungen und hätten von ihm den Schlüssel zu dem Gefängnis, in welchem Koch gewesen, verlangt....(was er) verweigert (habe)... Deshlab habe man ihn, den schlößer (=Schließer) mit Äxten aufgeschlagen ... den Koch herausgenommen und im Triumph schwebend fortgetragen."

Auf Betreiben des Magistrats, der die Metzgermeister über die Rechtslage und den Umstand, ihr Kollege sei rechtskräftig verurteilt, aufklärte, wurde er wieder ins Gefängnis zurückgebracht: "...somit (wurde) ... durch Befolgung des hierunter ergangenen ernstgemessenen Befehls Eines Hochedlen Raths – ein durch den öffentlichen Beifall belohntes Beispiel der Wiederkehr zum Gehorsam und der Bürgerpflicht gegeben“

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Vorschläge werden gerne angenommen: Es liegen mir etwa 1.500 Straftaten und sonstige Vorgänge von Strafgerichten der Region Mittelrhein 1790-1815 vor.