Aktualisiert 21.05.2011
März 2008: Fund von Strafakten zu Christian Reinhard, einer der berüchtigsten Mittäter des Schinderhannes."Sein Gesicht verkündete Unmuth und schwarze Galle". Bis kurz vor der endgültigen Verhaftung der beiden galt dieser noch - vor Schinderhannes - als der eigentliche Schwerkriminelle der rechtsrheinischen Gegenden von Westerwald bis Odenwald. Er war zudem Teilnehmer des Räuberkongresses zu Schupbach (Sommer 1799), wo sich die wichtigsten Verbrecher des westlichen Deutschlands trafen.
April 2008: Ein Anthropologe bestätigte, daß Schinderhannes offenbar an einer schwere Lungentuberkulose litt, die bereits auf die Rippenknochen übergegangen war. Schon die damaligen Mediziner nahmen an, daß Schinderhannes aufgrund dieser Krankheit nur noch zwei Jahre gelebt hätte.
September 2008: Es ist der echte Schinderhannes-Schädel gefunden worden. Er war 150 Jahre lang verschollen.
Januar 2009: Meine Veröffentlichungen zu der "langen Catherine" aus Hofheim-Langenhain, der vorletzten Geliebten des Schinderhannes, die von ihm eine Tochter gebar, hat einige Suche von Heimatforschern ausgelöst. Noch ist das Schicksal der Tochter über das Jahr 1850 hinaus unbekannt. Über sachdienliche Hinweise freue ich mich sehr!
Damit lassen sich also drei Kinder des Räubers (zwei von Julchen) nachweisen. Darüberhinaus gibt es noch glaubhafte Hinweise auf ein viertes Kind, das Schinderhannes zusammen mit einer jüdischen Dienstmagd gezeugt hatte. Die Nachfahrin stellte mir die historischen Dokumente zur Verfügung und bat, sie nicht zu veröffentlichen.
Februar 2009: Bislang unbekannte 20 (!) handschriftlich geführte Akten zu Schinderhannes entdeckt worden.
Nochmal Februar 2009: Es wurden die Strafakten zu Salomon Jakob, dem angeblichen Abraham Picard, auch genannt "König der Mitternacht", einer der "Räuberchefs" der Niederländer Bande, ausgewertet. Durch den Vergleich mit anderen Akten konnte der Beweis geführt werden, daß es tatsächlich Picard war, der 1807 in Marburg starb.
Damit steigt die Zahl der ausgewerteten Strafakten auf 1.081.
März 2009: Fertigstellung des Forschungsberichts "Die Strafjustiz in Mainz und Frankfurt/Main 1796-1803, unter besonderer Berücksichtigung des Verfahrens gegen den Serienstraftäter Johannes Bückler, genannt Schinderhannes, 1802/03", 332 Seiten)
April 2009: Ein bisher unbekannter Tagebuchbericht und zwei wertvolle Stiche zu dem französischen Gefangenenlager in Südamerika wurde entdeckt. Hierhin wurden einige Mittäter des Schinderhannes deportiert.
Mai 2009: Nachweis, daß Schinderhannes vor seiner Beziehung zu Julchen mit deren Schwester Margarethe liiert war. Damit steigt die Zahl seiner Partnerinnen auf fünf. Der Sage nach waren es neun - dazu konnte aber noch keine Quelle gefunden werden.
November 2009: Reprint der wiederentdeckten Schinderhannes-Biographie "Schinderhannes und seine Bande" (1804) veröffentlicht. Autor und Prozeßbeobachter war der Herausgeber der Mainzer Zeitung Weitzel. Damit steigt die Zahl der zeitgenössischen authentischen Schinderhannes-Biographien auf drei.
März 2010: Entdeckung eines 200 Jahre lang nicht eingesehenen Behördenarchives, was noch zahlreiche Informationen über die Vagabunden und Räuber dieser Zeit verspricht!
April 2010: Fund einer Sagensammlung zu Schinderhannes im Lumdatal. Es verdichten sich damit die Hinweise, daß der Räuber sich dort länger aufgehalten hat. Hintergrund ist seine erstaunliche Ortskenntnis zu Aßlar bei Gießen, die zahlreiche Fragen aufwirft, u.a. inwieweit er zwischen 1796 und 1799 sich dort aufgehalten hat.
Mai 2010: Fund einer Brosche mit dem Miniaturbild des Schinderhannes, etwa 1800-1802. Die Echtheit dieses Schmuckstücks läßt vermuten, daß es aus dem Besitz von Julchen stammt.
Oktober 2010: Fund des "sagenhaften" Ausbruchswerkzeugs aller professionellen Gauner jener Zeit: das sogenannte Zäpfchen - in einer Knochen- oder Zinkkapsel verwahrten die Ganoven Stahlfeile und anderes Ausbruchswerkzeug. Das Zäpfchen führten sie versteckt im Hinterteil (sofern sie Gelegenheit hatten, es noch dort unterzubringen :-)
Mai 2011: Viertes leibliches Kind des Schinderhannes nachgewiesen. Es ist aus der Verbindung mit einem jüdischen Dienstmädchen hervorgegangen und wurde katholisch getauft. Die Hinweise ergaben sich durch einen Kontakt aus Frankreich und die Zusendung der "Ariernachweise". Hier mußte allerdings noch eine Generation weiter recherchiert werden. |