Leserbrief des Monats

 

 

19. Januar 2017

Guten Tag Herr Dr. Scheibe,

ich habe gestern Ihren lebendigen Vortrag im Gasthaus „zum Engel“ in Mudau sehr interessiert verfolgt und möchte mich für den sehr informativen Abend herzlich bei Ihnen bedanken. Man merkt Ihnen Ihre Begeisterung und Ihr Engagement für die historische  heimatverbundene Geschichte an. Nach Ihrem Vortrag muss ich zugeben , dass ich doch sehr nachdenklich geworden bin, es verwundert mich u.a. sehr, wie ein so „geringer“ Gerberlehrling deutsche Räubergeschichte gemacht hat. Wie sehr doch auch heute noch die Realität ignoriert wird und dem Kommerz geschuldet anders dargestellt wird. Einige Anekdoten und Berichte und Bilder über die Lebensweise der damaligen Gesellschaft ( u.a. die Übertragung der Krankheit Unehrlichkeit ) machten den Abend sehr kurzweilig. Ich glaube, dass die „armen Schichten“  Opfer der damaligen auch gewalttätigen Gesellschaftspolitik waren und Menschen wie der Schinderhannes und auch der Hölzerlips einfach Wege suchten dieser Welt zu entfliehen. Diese entbehrungsreiche und rohe Zeit kommt uns heute einfach nur fremd vor.

Vielen Dank.

Ich wünsche Ihnen und der HKR viel Erfolg und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Harald M., Mudau

 

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Herr Klaus Linck aus Großkarlbach schrieb im Mai 2016:

"Bei dem Thema "Schinderhannes" sprach mein Großvater immer von einem bösen Räuber. So sehe ich das heute auch noch, das Bronzedenkmal in Simmern ist eine Verhöhnung der Opfer, das Wildschwein davor hätte als Gestaltungselement gereicht.

Ich habe damals die Filmarbeiten von Käutners Film "Schinderhannes" (sicher ein unterhaltsamer Film) als Schüler erlebt und mich sehr über das lustige Räuberleben gewundert. Hier wurde sicher auch der heutige, falsche Mythos mit geprägt.

Um so wichtiger ist es diesem Mythos bei jeder Gelegenheit entgegenzuwirken, totschweigen sollte man den Räuber aber auch nicht.

(Die Beiträge wurden mit Erlaubnis der Autoren veröffentlicht)