Seit 2011 ist das Forschungsportal Schinderhannes ein Arbeitsbereich der neu gegründeten Stiftung Historische Kommission für die Rheinlande 1789-1815

 

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Fortsetzung der Einleitung:

Zahlreiche Akten sind erst in den letzten Jahren wiedergefunden worden, mehr und mehr Puzzleteile setzen sich zusammen. So ist bemerkenswert, daß seine Brutalität selbst seine Richter schockierte, die ihn als "allerämsigsten" bezeichneten, wenn es darum ging, seinen Opfern Schmerzen zuzufügen. Anders als gemeinhin bekannt, lag Schinderhannes' Wirkungsgebiet nicht nur in Hunsrück und Nordpfalz, sondern im Großraum zwischen Lahn, Main und Neckar im Rechtsrheinischen, Mosel und Südpfalz links des Rheins. Heimgesucht von Schinderhannes, gaben hier viele Menschen (meist jüdischen Glaubens) ihre Heimat auf und zogen in die Neue Welt. Heute wird gerne verkannt, daß er keinesfalls ein Robin Hood war, für den viele Menschen ihn halten. So sind dem historischen Schinderhannes keine "guten" Taten zuzuschreiben, die einen Vergleich rechtfertigen. Ebenso ist meist unbekannt, daß er nur einer von vielen Verbrechern dieser Zeit war. Ihn gar als Bandenchef zu bezeichnen, ist nach den historischen Dokumenten nicht haltbar. Auch war er kein Freiheitskämpfer, der sich für die Befreiung der linksrheinischen Gebiete von den Franzosen einsetzte.

Sehr viel hat sich in den letzten zehn Jahren zum Thema getan. Durch die Forschung wurden u.a. 1.083 Strafakten des Zeitraums 1796-1803 (der "aktiven" Zeit des Schinderhannes) ausgewertet und in diesem Zusammenhang zum ersten Mal seit dem Tod des Räubers dessen Strafakte umfassend aufgearbeitet. Um ein möglichst vollständiges Bild zu bekommen, wurde zudem sein gesamtes Auftreten (auch rechts des Rheins in Taunus, Wetterau, Vorderer Odenwald) recherchiert, in einen Zusammenhang gebracht sowie Sagen und Tatsachen getrennt. Viele Überraschungen sind dabei ans Licht gekommen.

Eine Bitte habe ich an Sie als Leser dieser Seite: Die Recherchearbeit zu dieser Forschung lebt vom Mitmachen.Viele Heimatforscher, Ortsvereine und Geschichtsinteressierte haben in den letzten Jahren mit Hunderten von Puzzlestückchen zu Quellen über Schinderhannes dazu beigetragen, daß das Bild um den berüchtigten Räuber immer klarer wurde. Insgesamt wurden für diese Arbeit bis heute 125 Vorträge in 112 Ortschaften gehalten, um weitere Informationen "vor Ort" zu bekommen. Zögern Sie bitte nicht, mir eine Mail zu schreiben, oder kommen Sie doch einfach mal vorbei, wenn ein Vortragsabend stattfindet. Darüber würde ich mich sehr freuen.

 

Mark Scheibe
Aktualisiert: 20. September 2014


 

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