Seit dem 25.03.2011 ist das Forschungsportal Schinderhannes ein Arbeitsbereich der neu gegründeten Stiftung Historische Kommission für die Rheinlande 1789-1815

 

Willkommen

 

"Schinderhannes ist der einzige rheinische Räuber, von dem man merkwürdigerweise heute noch an vielen Orten mit wahrer Begeisterung spricht", schrieb Rauchhaupt 1891.

Es ist nicht allgemein bekannt, daß Johannes Bückler (1779-1803), zuerst Schöner Hans, später Schinderhannes genannt, ein Serienstraftäter war, auf dessen Konto heute nachweislich 130 Delikte gehen, zumeist Diebstähle, Raubtaten und räuberische Erpressungen. Zu seinem Lebenslauf (Kurzfassung) hier klicken >

Bemerkenswert ist, daß seine Brutalität selbst seine Richter schockierte, die ihn als "allerämsigsten" bezeichneten, wenn es darum ging, seinen Opfern Schmerzen zuzufügen. Das Wirkungsgebiet des bekannten Verbrechers lag zwischen Lahn, Main und Neckar im Rechtsrheinischen, Mosel und Pfalz links des Rheins. Heimgesucht von Schinderhannes, gaben hier viele Menschen (meist jüdischen Glaubens) ihre Heimat auf und zogen in die Neue Welt.

Heute wird gerne verkannt, daß er keinesfalls ein Robin Hood war, für den viele Menschen ihn halten. So sind Schinderhannes keine "guten" Taten zuzuschreiben, die einen Vergleich rechtfertigen. Ebenso ist meist unbekannt, daß er nur einer von vielen Verbrechern dieser Zeit war. Ihn gar als Bandenchef zu bezeichnen, ist nach den historischen Dokumenten nicht haltbar. Auch war er kein Freiheitskämpfer, der sich für die Befreiung der linksrheinischen Gebiete von den Franzosen einsetzte.

Sehr viel hat sich in den letzten sieben Jahren zum Thema Schinderhannes getan. Durch eine Forschungsarbeit wurden Entwicklung und Aufbau der Strafjustiz in den neuen französischen Departementen am Rhein sowie in Frankfurt am Main untersucht, u.a. 1.083 Strafakten des Zeitraums 1796-1803 (der "aktiven" Zeit des Schinderhannes) ausgewertet und in diesem Zusammenhang zum ersten Mal seit dem Tod des Räubers dessen Strafakte umfassend aufgearbeitet. Um ein möglichst vollständiges Bild zu bekommen, wurde zudem sein gesamtes Auftreten (auch rechts des Rheins in Taunus, Wetterau, Vorderer Odenwald) erforscht, in einen Zusammenhang gebracht sowie Sagen und Tatsachen getrennt. Viele Überraschungen sind dabei ans Licht gekommen.

Eine Bitte habe ich an Sie als Leser dieser Seite: Die Recherchearbeit zu dieser Forschung lebt vom Mitmachen. Viele Heimatforscher, Ortsvereine und Geschichtsinteressierte haben in den letzten Jahren mit Hunderten von Puzzlestückchen zu Quellen über Schinderhannes dazu beigetragen, daß das Bild um den berüchtigten Räuber immer klarer wurde. Insgesamt wurden für diese Arbeit bis heute 112 Vorträge in 99 Ortschaften gehalten, um weitere Informationen "vor Ort" zu bekommen. Zögern Sie bitte nicht, mir eine Mail zu schreiben, oder kommen Sie doch einfach mal vorbei, wenn ein Vortragsabend stattfindet. Darüber würde ich mich sehr freuen.

Dr. Mark Scheibe
Aktualisiert: 26.01.2012


 

Aktuelles

 

Interessanter Link über den Liedermacher Jürgen Thelen, der das historische Liedgut um Schinderhannes aufgearbeitet hat:

Link zur informativen Seite über Johann-Martin Rupprecht, genannt "Hessen-Martin"; der 1814 mit Hölzerlips hingerichtet wurde (von dem Nachfahren Mike Rupprecht)

www.hessen-martin.de

Link zu Informationen über die in Franken beheimatete Troglauer Bande, benannt nach ihrem 1801 hingerichteten Anführer, Franz Troglauer (Autor: Bernhard Weigl):

bernhardweigl-buecher.npage.de

Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung des Autors sind untersagt.

 
Impressum